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Offroad Namibia 2010 - Brigitte Wöhrle und Gerhard Robens unterwegs im Damaraland und Kaokoland
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Montag 26.04.2010 - Abflug mit Air Namibia SW 286 um 20.10 ab Ffm.
Wegen dem Vulkan in Island mussten wir den Abflug um fünf Tage verschieben. Komischerweise klappten alle Verschiebungen ohne Probleme, bis auf die gebuchten Campingübernachtungen in der Namib. Esmeralda von der stattlichen Buchungsstelle überlegte noch, ob sie uns noch mal abkassieren sollte.
Der Flieger war knallvoll. Ich hatte das Gefühl, dass in der Holzklasse noch enger gestuhlt war als beim letzten Mal oder mein Ranzen war gewachsen.
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Dienstag 27.04.2010 - Ankunft am Windhoeker Hosea-Kutako-Flughafen um 05.10 h. Die Autovermietung Savanna holte uns ab und brachte uns in die Pension Moni Glücklicherweise konnten wir das Zimmer gleich beziehen. Wir versuchten etwas Schlaf nachzuholen. Gegen Mittag machten wir uns auf in die Innenstadt. Wir brauchten noch das Permit für die Namib. Das war das Einzige, das wir nicht über das Internet abwickeln konnten. Am späten Nachmittag waren wir wieder zurück in der Pension. Wir marschierten in den Supermarkt um zu sehen was wir am nächsten Tag einkaufen wollten und erstellten eine entsprechende Liste. Ein paar Kleinigkeiten schleppten wir schon Heim. Um 17.30 wurde es dunkel. Mit dem Taxi fuhren wir zum Restaurant Gathemann. Mit Trüffeln aus der Kalahari, grünem Spargen aus dem Swakop Riverbed und frischen Fisch vom Atlantik nahmen wir Abschied von der kulinarischen Zivilisation.
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Mittwoch 28.04.2010 - Übernahme Offroader Toyota 4x4 HILUX 4.0 Doppelkab. mit Seilwinde und einem Dachzelt. Savanna holte uns früh ab. Für die Übernahme nahmen wir uns richtig Zeit. Eine von mir erstellte Checkliste wurde penibel abgearbeitet. Bein letzten Mal hatte uns bereits am zweiten Tag das linke Hinterrad überholt. Das sollte dieses Mal nicht passieren. Erfreut nahmen wir zur Kenntnis, dass es eine neue Matratze im Dachzelt gab. Auch das neue Schubladensystem im Canopy war Anlass zur Freude. Zuletzt testeten wir noch das Satfon. Mit 140 l Benzin, 50 l Wasser und 2 Ersatzreifen machten wir uns auf den Weg zum Einkaufen im Super-Spar. Nachdem wir auch noch im Liquor Store die notwendige geistige Verpflegung gebunkert hatten, war es bereits Nachmittag. Wir verließen die Stadt in Richtung Süden auf der Hauptstrasse. Bei Rehobot fanden wir ein einfaches aber sauberes B+B, welches von den Einheimischen Basters betrieben wurde. Den Wagen konnten wir sicher hinter der Aussenmauer parken. Wir nahmen nur das Wichtigste aus dem Auto mit aufs Zimmer und waren auch bald erschöpft eingeschlafen. Brigitte hatte sich wohl bei Gathemanns Meeresfrüchten etwas eingefangen und zeigte allergische Reaktionen. Mit Fenestil Tropfen bekamen wir die Sache aber bald wieder in den Griff.
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Donnerstag 29.04.2010 - Weiterfahrt in Richtung Sossusvlei zur Camp Site Sesrim. Wir verließen die Teerstrasse. Über die C24 gelangten wir nach Klein Aub und Büllsport. Dann über die D854 , D845 und auf die C27, die zum Sesrim Canyon führt. Auf diesem Wege begegnete uns kaum jemand. Es erwartete uns eine weitläufige Campsite mit allem Komfort. Warme Duschen, Elektrizität und ein Restaurant. Ich entzündete gleich ein Lagerfeuer um Glut zu erzeugen für einen großen Ring Borwors (Bauernwurst). Das in Namibia verwendete Feuerholz vom Mopanebaum ist sehr hart und brennt sehr lange. Nach etwa einer Stunde hat man dann eine sehr lange anhaltende Glut zum braaien (grillen). Dazu gab es Kartoffelsalat vom Super-Spar und Wein vom Kap. Über uns ein Sternenhimmel ohne Fremdlichtverseuchung.
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Zurück im Camp bauten wir erst mal unser Zelt auf. Im Restaurant gab es leckeren Klippfisch vom Atlantik und auch die Chips waren nicht verölt. Der Himmel war bedeckt und der Wind frischte auf. Eine Flasche Chardonnay vom Cap brachte uns sicher in Morpheus Arme in unserem Dachzelt. Es ging aber nicht lange, dann wurden wir wachgerüttelt. Ein mächtiger Staubsturm zerrte an unserem Zelt und drang in alle Ritzen. Wir versuchten es zu ignorieren. Die Alarmanlage wurde ausgelöst. Kurz vor Mitternacht flüchteten wir in das staubdichte Führerhaus unseres Wagens. Um Mitternacht stießen wir auf Brigittes Geburtstag an und spülten erst mal den Staub aus den Zähnen. Jetzt fing es auch noch an zu regnen. Im aufgeblendeten Scheinwerfer konnten wir nur ein paar Meter weit sehen. Es blitzte und krachte wie beim Weltuntergang. Auf das Dach trommelten die trockenen Schoten des Mopanebaumes, unter dem wir standen. Das hatten wir in Namibia noch nicht erlebt.
Gegen Morgen beruhigte sich die Sache. Wir entstaubten erst mal unser Zelt und versuchten etwas Schlaf zu finden.
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In Solitär tankten wir noch einmal voll. Ich wäre gerne geblieben, aber die Lodge war ausgebucht. Hier hatten wir Handyempfang. Ich rief bei der Gästefarm Rostok Ritz an, die ca. 2 Stunden weiter nördlich lag. Hier hatte man noch ein Zimmer frei für uns. Es gab sogar ein a la Carte Restaurant in dem wir Brigittes Geburtstag richtig zelebrieren konnten. Vorher aber gab es einen sensationellen Sonnenuntergang in der Namib. Die schwarze Wand erreichte uns in der Nacht. Es krachte und regnete fürchterlich und wir waren froh ein festes Dach über dem Kopf zu haben.
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Sonntag 02.05.2010 - Fahrt durch die Namib (Naukluft Park) zum Campground Blutkuppe (Bloedkoppie).
Wir machten uns früh auf die Socken. Nach 15 Km über die Farmpad erreichten wir wieder die C14, die wir weiter nach Norden verfolgten. Die Luft war klar und rein und alle Wolken hatten sich verzogen. Am Kuiseb Pass wendet sich die C14 nach Westen und führt durch die Namib nach Walvis Bay am Atlantik.
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Nach ca. einer Stunde Fahrzeit verliessen wir die Schotterstrasse in Richtung Norden und bogen in eine 4X4-Route ein. Für das Fahren abseits der C14 benötigt man ein Permit. Im GPS hatten wir eine Karte von T4A Maps hinterlegt. Hier waren selbst die kleinsten Tracks eingezeichnet. Die Navigation war kinderleicht damit. Am späten Mittag kreuzten wir die C28, die von Windhoek nach Swakopmund führt. Kurz danach wendete sich unsere Spur in Richtung Nordosten in Richtung Tinkas River, den wir auch ein paar mal kreuzen mussten. War aber unproblematisch, da der Sand im Riverbed vom letzten Regen noch relativ fest war. Menschen hatten wir bis jetzt keine getroffen, gelegentlich tauchten einzelne Antilopen oder Strausse auf. Die Landschaft und Felsformationen waren sehr eindrucksvoll. Nahe dem Riverbed in einer Höhle hatten sich Camper häuslich eingerichtet. Man hatte uns nicht erwartet und nach einem fröhlichen „Hallo“ ging es weiter in Richtung Blutkuppe.
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Ein kleiner Abstecher führte zu den Soldatengräbern von Robert Kirchgatter und Ferdinand Zarp, ehemalige Mitglieder der deutschen Schutztruppen. Ein weiterer Abstecher führte zum Archer’s Rock, einem riesigen Felsbogen. Jetzt ging es nur noch im Schneckentempo voran. Nach einigen Kilometern bog rechts der der Skulpturen Trail ab. Wir parkten den Wagen, packten wichtige Sachen und Getränke in den Rucksack und wanderten los. Sensationelle Felsskulpturen säumten den Weg. Sie Sonne knallte gnadenlos vom Himmel. Wir kürzten die mehrstündige Wanderung ab und waren nach einer Stunde wieder am Fahrzeug. In der Ferne tauchte bereits die Blutkoppe auf, ein riesiger Monolith, unser heutiges Tagesziel.
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Der Campground lag verstreut an der westlichen Bergflanke. Es gibt nur wenige Plätze und die waren bereits gut besucht. Man erkennt die Plätze an einem Betontisch mit 4 Rundhockern und der obligatorischen Feuerstelle. Ausser einem Plumpsklo am Anfang des Geländes gibt es keinen Komfort. Wir fanden den letzten freien Platz am Ende des Tales, direkt an der Felsflanke des Monolithen. Es war bereits später Nachmittag und die tief stehende Sonne tauchte den Felsen in ein strahlendes Rot und machte dem Namen „Blutkuppe“ alle Ehre.
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Montag 03.05.2010 - Fahrt durch die Namib nach Swakopmund, Übernachtung Pension Veronika.
Beim ausgiebigen Frühstück kam Besuch. Eine Gruppe von Perlhühnern streifte durch die Büsche. Von Ferne grüsste der „Lange Heinrich“. Der Weg dorthin ist allerdings gesperrt. „Rio Tinto“ baut dort Uran ab.
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Dienstag 04.05.2010 - Besuch in Walvis Bay, Übernachtung Pension Veronika.
Wir fahren entlang der Atlantikküste nach Süden. An der „Düne 7“ toben sich Quadbiker und Sandsurfer aus. Dieses Spektakel lassen wir dieses Mal aus. Hinter Walvis Bay erstreckt sich eine riesige Lagune, die Heimat tausender Flamingos. Zur Salzgewinnung werden grosse Flächen geflutet. Wenn das Wasser verdunstet ist, werden grosse Salzberge zusammen geschoben, spezielle Salzlaster transportieren dann das weiße Gold im Minutentakt zum nahen Hafen von Walvis Bay.
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Im Yachtclub genehmigen wir uns etwas Kaltes. Auf der Pier stolziert ein Pelikan der ahnungslose Besucher in den Hintern zwickt. Das Geschrei und Gelächter ist jedes Mal gewaltig.
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Mittwoch 05.05.2010 - Weiterfahrt zur Spitzkoppe, dem Matterhorn Namibias, Camping Übernachtung
Vor der Weiterfahrt tankten wir nochmals nach und kauften weiteren Proviant. Der deutsche Metzger hatte seinen Laden leider dichtgemacht. Im Superspar fanden wir noch Game Sirloin im Vakuum verpackt. Am frühen Nachmittag kamen wir an der Spitzkoppe an. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen in dem riesigen Gebiet und brachten das Feuer in Gang. Den Sonnenuntergang genossen wir auf einem kleinen Felsen.
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Flussaufwärts erstreckt sich dort der Omaruru Game Park. Wir wollten flussabwärts über einen Riverbed Track in Richtung Atlantik. Unser Weg wurde nach wenigen Kilometern immer schlechter. Wir kamen nur noch mühsam vorwärts. Das Unwetter der vergangenen Tage hatte auch hier seine Spuren hinterlassen. Es kamen auch Bedenken auf, ob der Riverbed Track überhaupt befahrbar war, nach den schweren Regenfällen. Nach einer guten Stunde gaben wir unser Vorhaben auf und fuhren zurück zur D1918. Kurz vor dem Dunkelwerden erreichten wir Hentjes Bay. Es war nasskalt und vom Atlantik her wabberte ein ekliger Dunstschleier. Im einzigen Hotel fanden wir ein Zimmer und waren froh, dass wir das Zelt nicht aufbauen mussten.
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Freitag 07.05.2010 - Durch den Messum Crater, Offroad, Camping Übernachtung
Das Hotelfrühstück war sehr dürftig. Wir tankten nochmals voll und verließen den Ort auf der Küstenstrasse in Richtung Norden. Bei Mile 72 gab es einen Campground. Es war allerdings kein Mensch hier. Etwas weiter nördlich bei Cape Cross befindet sich eine riesige Seelöwenkolonie. Ein stück weiter bogen wir von der Küstenstrasse ab in Richtung Messum Crater. Auf unserem GPS hatten wir einen Track gespeichert, den wir 2007 selbst aufgenommen hatten. Damals hatte uns die Dunkelheit mitten im Krater überrascht, dieses Mal waren wir früher dran. Hier im Messum Crater findet man die schönsten Welwitschia Mirabilis von ganz Namibia. Einige Exemplare sollen weit über tausend Jahre alt sein.
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Wir klappten das Zelt auf und brachten das Feuer in Gang. Es gab Sirloinsteaks im Speckmantel mit Zucchini-Zwiebelgemüse und den letzten Kartoffelsalat vom Superspar in Swakopmund. Das Fleisch erwies sich doch als sehr zäh und wir mussten ordentlich spülen um das Zeug runter zu kriegen. Leichte Zweifel kamen auf, ob es sich wirklich um Sorloin (Huftsteak) handelte oder ob das Tier an Alterschwäche gestorben war.
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Am Lagerfeuer, mit Musik aus der Bluesharp, Schampus von Kap, genossen wir den sagenhaften Sternenhimmel.
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Samstag 08.05.2010 - Umrundung des Brandbergs, über Uis zum Ugab Camp, Offroad (heftig), Camping Übernachtung
Wir waren Früh auf den Beinen. Der Sonnenaufgang war nichts im Vergleich zum Sonnenuntergang des Vorabends. Auch das dreckige Geschirr von unserem Pracht-Dinner hatte noch niemand erledigt. Wir packten zusammen und erledigten den Abwasch. Dabei kam es zu einer Invasion von Bienen, die sich über unser Abwaschwasser hermachten. Es wurde so schlimm, das wir fluchtartig den Platz verließen und erst nach 2-3 Kilometern anhielten, um unsere Ausrüstung und Zelt richtig zu verstauen. Die Bienen waren uns nicht gefolgt und die letzten Exemplare konnten wir aus dem Auto vertreiben.
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Wir folgten weiter unserer Spur in Richtung Nordwesten und gelangten nach einigen Stunden auf die D2342, die von Uis zur Brandberg-West-Mine führt. Die Mine ist allerdings nicht mehr in Betrieb. Entsprechend ungepflegt sah der Schotterweg aus. Wir waren noch sehr gut im Zeitplan und beschlossen den Brandberg gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden. In östlicher Richtung gelangten wir auf die C35, die von Uis an den Atlantik führt. Jetzt wurde der Weg etwas besser. Uis erreichten wir gegen Mittag. Wir tankten nochmals voll und verliessen den trostlosen Ort in Richtung Norden. Über die D2359 und eine Farmpad erreichten wir am Nachmittag das Ugab Community Rest Camp. Hübsch gelegen, direkt am Ugab mit grossen Schattenbäumen. Es gab Wasser, eine Dusche und Toilette mit Wasserspülung, welch ein Luxus.
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Ich kümmerte mich um das Feuer während Brigitte mit der Kamera den Trockenfluss erkundete. Über „Walkie Talkie“ hatten wir eine gute Verbindung. Unser mitgebrachtes Feuerholz konnten wir schonen. Am Flussufer lag trockenes Holz ohne Ende und am Abend gab es Fernsehen in die Milchstrasse und Lagerfeuer ohne Ende.
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Sonntag 09.05.2010 - Durch den Ugab in Richtung Rhino Camp, Offroad (heftig), Camping Übernachtung
Wir geniessen nochmals die warme Dusche und rollen nach dem Frühstück in das Flussbett. Es gab bereits mehrere Spuren im tiefen Sand. Einer Spur, die noch recht frisch und tragfähig aussah folgten wir flussabwärts. Ich hatte die Untersetzung eingeschaltet. So kamen wir im vierten Gang flott voran. Nur nicht stehen bleiben. Es ist wie fahren im Tiefschnee. Bei der White Lady Lodge nach etwa 20 Kilometern verlassen wir das Riverbed. Wir wollen uns erst einmal über den Zustand des Riverbeds bis zum Rhino Camp informieren.
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Die GPS-Halterung an der Windschutzscheibe konnten wir auf Schotter und im Gelände nicht benutzen und so lag das Gerät wenig beachtet auf der Mittelkonsole. Wenn dann das Gelände so unbekannt vorkam stellten wir meistens fest, dass wir einer falschen Spur gefolgt waren. Der Doros Kraterrand tauchte linker Hand auf. Zu Fuß kann man in einer Stunde oben sein. Die Aussicht muss oben toll sein. Bei knapp 40 Grad im Schatten und einer kalten Dose in der Hand konnte ich mir das so richtig gut vorstellen.
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Ein kleiner Gebirgszug der bis an das Flussbett reichte versperrte uns den Weg. Die Farmpad führte leicht bergauf. Vorsichtshalber legte ich die Allraduntersetzung ein. Im Notfall kann man während der Fahrt per Knopfdruck noch das Differential sperren. Der Weg wurde jetzt schmaler und steiniger. Auch die Seitenneigung in Richtung Abgrund nahm dramatisch zu. Es wurde immer steiler. Voraus sah ich nur noch blauen Himmel. Die Pad unter uns war nur noch zu ahnen. Der Wagen rumpelte und polterte den mit Felsbrocken gepflasterten Weg hinauf. Jetzt nur nicht stehen bleiben und bitte keinen Plattfuss. Von meiner Beifahrerseite waren spitze Schreie zu hören. Dann waren wir oben. Wir standen waagrecht auf einem Plateau, nicht viel grösser als der Wagen. Wir stiegen aus und begutachteten die Situation. Der Weg hinter uns war furchtbar, der vor uns war schlimmer und wenden war unmöglich. In der Ferne grüssten die Farmhäuser von „De Riet“. Vielleicht kann man ja im Notfall von dort Hilfe holen? Wir kletterten erst mal den Weg runter und begannen mit dem Strassenbau. Die grössten Felsbrocken versenkten wir in den grössten Löchern und Furchen. Als wir uns etwas beruhigt hatten keimte Hoffnung auf, dass wir doch noch diesen „Mini-Van-Zyls-Pass“ heil runterkommen. Bergabwärts nutzt der Allradantrieb gar nichts. Wenn der Wagen ins Rutschen kommt, hilft nur noch Gas geben. Wie das ausgeht wollte ich mir lieber erst gar nicht ausmalen. Beim Runterfahren sieht man natürlich nicht, was sich vor dem Wagen abspielt. Also ganz vorsichtig mit Einweisung von Brigitte geht es bergab. Wenn ich mich aus dem Fenster beuge, kann ich sogar das rechte Vorderrad und im Spiegel das rechte Hinterrad beobachten. Nach 50 Metern ist das Schlimmste überstanden und Brigitte kann wieder einsteigen.
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Die Farmhäuser etwas abseits der Pad erweisen sich als Ruinen. Eigentlich wollten wir hier übernachten und in einem schönen Gästebett der Farm schlafen. Das war wohl ein Schuss in dem Ofen. Da es erst früher Nachmittag ist, beschließen wir weiter zu fahren.
Unsere Spur wendet sich jetzt nach Norden. Die Pad ist undramatisch und einigermaßen befahrbar. Nach einiger Zeit passieren wir den Airstrip des „Damara Wilderness Camps“. Hier werden die Gäste dieser Luxus-Lodge ein- und ausgeflogen.
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Wir verkneifen uns dort auf ein Bier vorbei zu schauen. Unangemeldete Wüstennomaden werden dort nicht gerne gesehen. Entsprechende Erfahrung mussten wir leider schon machen. Weiter geht die Pad nach Norden. Nach einer Stunde erreichen wir die „Fonteine Farm“. Die Farm wird von Einheimischen bewirtschaftet. Campmöglichkeiten oder Gästebetten werden nicht angeboten. Kommen wohl auch zu wenige Gäste vorbei. Eine halbe Stunde später stossen wir auf die Gravelroad C39 nach Palmwag. Jetzt geht es schnell bis Palmwag. An der Tankstelle treffen wir alte Bekannte. Wir haben Fotos von unserem letzten Besuch mitgebracht. Die Kinder sind ordentlich gewachsen. In die mitgebrachten T-Shirts müssen sie allerdings noch reinwachsen.
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